[Rezension] Das verbotene Eden: David und Juna von Thomas Thiemeyer

Mittwoch, 16. Mai 2012

Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag:
PAN
Sprache:
Deutsch
ISBN - 10:
3426283603
ISBN - 13:
978-3426283608
Preis:
16,99€
Kaufen?:
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Kurzbeschreibung:
Es gab Warnungen, doch sie wurden nicht ernst genommen. Vor Generationen führte ein manipulierter Impfstoff zu tödlicher Feindschaft zwischen den Geschlechtern. Nach Jahren der Vernichtung und Zerstörung hat sich das Antlitz der Welt verändert: Männer und Frauen leben streng voneinander getrennt, Kinder gibt es kaum noch. Und die gelegentlichen Zusammentreffen von "Hexen" und "Teufeln", wie sie einander nennen, verlaufen immer gewalttätiger - obwohl sie einst dem Austausch lebenswichtiger Güter dienten. So kommt es, dass die 17-jährige Kriegerin Juna ausgesandt wird, einen Gefangenen zu nehmen. Er soll unter Folter das nächste üble Vorhaben der Männer verraten. Und sie gerät ausgerechnet an den jungen Mönch David, der nichts lieber tut, als sich in verbotene Bücher der alten Zeit zu flüchten: Romeo und Julia von Shakespeare ist seine Bibel. Als die beiden sich leibhaftig gegenüberstehen, erschrecken sie bis ins Mark. Juna weiß, dass David keine Chance hat zu überleben - doch im Innersten erkennt sie zutiefst überrascht, dass dieser Junge anders ist. In einem Strudel verbotener Gefühle trifft sie eine schwerwiegende Entscheidung...

Meine Meinung:
Die Grundidee der Geschichte finde ich gut durchdacht. Denn, wenn ich ehrlich bin, ist in der heutigen Zeit, in der Geld die Welt regiert und ich einige Gedankengänge von Politikern bzw. ganzen Staaten ich nicht nachvollziehen kann, so könnte es doch sehr wohl passieren, dass solch eine ähnliche Situation aufkeimt. Und so war es auch völlig glaubhaft, wie Thiemeyer zu Anfang beschreibt, wie die Anzahl an Menschen sich verringern wird, und warum. Denn dann heißt es: Nur die stärksten überleben.
 
Und wie kann es anders sein, wenn die Erdenbewohner einer drastischen (Umwelt-)Veränderung ins Auge sehen müssen? Genau, sie glauben auf einmal alle wieder an den lieben Gott. Es wird wieder gebetet, göttliche Fügungen zelebriert etc. Also war es auch gar nicht abwegig, dass sich der Glauben an sich bei den Menschen wieder manifestiert. Die Männer, hier auch die "Teufel" genannt, schimpfen sich Mönche, gründen die "Heilige Lanze" und bauen Klosterorden auf. Und da Frauen schon immer einen Hang zur Spiritualität haben, ist es auch nachvollziehbar, dass sie ebenfalls an Gott bzw. an ihre Göttinnen glauben. Was ich also mit den letzten beiden Textpassagen sagen möchte, ist, dass Thomas Thiemeyer für mich glaubhaft dargestellt hat, wie es sich verhalten würde, käme es zu einer Endzeit-Situation. 

Wenn ich auf die Charakteren eingehe, muss ich gestehen, dass mir irgendetwas gefehlt hat. Sie wurden zwar ausgiebig beschrieben, auch ihre Charakterzüge wurden unter die Lupe genommen, doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass gerade Juna ein wenig auf der Strecke blieb. Zunächst ist sie die Kriegerin, die alles im Griff hat. Und nachdem sie gemerkt hat, dass sie innige Gefühle für David hegt, kam sie mir ein bisschen vor, als hätte sie nun eine unscheinbare Rolle. Mir wurde zu wenig darauf eingegangen, wie sie sich nun fühlt, welche Gefühle sie genau für David hat. Einfach die romantische Beschreibung. Den Eindruck hatte ich natürlich, weil mein altes Romantikerherz nach mehr lechzte ; )

Im Allgemeinen muss ich sagen, dass Thomas Thiemeyer folgenden Lese-Effekt bei mir auslöste:
Zum Anfang beschreibt er aus einer Selbstverständlichkeit heraus, dass Männer und Frauen bis auf's Blut verfeindet sind, gleichzeitig aber nicht ohne können und dass der mutierte Virus an dieser Rivalität schuld ist. Ich saß also auf meiner Couch und dachte: "Bitte? Das kann ich mir fast nicht vorstellen." Und im Lauf der Geschichte, als sich die beiden Protagonisten, Juna und David, ineinander verlieben und die Möglichkeit aufkeimt, dass die Rivalität aussterben kann oder auch wird, so war es für mich gar nicht mehr so unglaubhaft, dass es diesen Effekt des natürlichen Hasses des jeweiligen Geschlechts doch geben könnte. 

Momentan kursieren einige Mehrteiler auf dem Buchmarkt und so ist es auch hier. Das verbotene Eden: David und Juna, basiert auf der Idee, mehrere Teile auf den Markt zu bringen. Daher war es für mich klar, dass das Buch ein offenes Ende haben wird. Und da ich eigentlich kein Fan von Cliffhangern bin, war ich gespannt, wie uns der Autor, bis zum kommenden Teil, auf die Folter spannt. Es kam also zu einem epischen Endkampf, der Bösewicht musste leiden, genauso wie die Protagonisten (wer, in wie weit leiden musste, verrate ich natürlich nicht) und eine glückliche Wendung. Thomas Thiemeyer hat den Roman zwar mit ein paar unbeantworteten Fragen beendet, doch nicht, dass ich behaupten müsste, die Unwissenheit sei quälend. Gleichzeitig muss ich auch leider sagen, dass meine Neugierde allerings auf den kommenden Teil nicht genügend geschürt wurde. Es wurde zwar einige Male von einer "Zuflucht" gesprochen, man konnte sich also ein Bild machen, welches das nächste Ziel von David und Juna sein wird, doch irgendwie hat es mich nicht gepackt. 

Fazit: 
Thomas Thiemeyer gibt dem Leser einen Vorgeschmack, wie es sein könnte, wenn unsere Gesellschaft versagt. Und das macht er mehr als glaubthaft, nämlich so weit, dass ich hoffe, solch eine Situation möge nicht auftreten. Getreu dem Motto "Nur die stärksten überleben" schafft er dennoch Raum für Romantik und Gefühle. Für mich ein gelungener Auftakt in eine neue vielversprechende Buchreihe! 

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