[Rezension] Die dunkle Chronik der Vanderborgs: Amanda, deine Seele so wild von Bianka Minte-König

Dienstag, 15. Mai 2012

Buchinformationen: 
Broschiert: 467 Seiten
Verlag: Ueberreuter - Otherworld 
Sprache: Deutsch
ISBN - 10: 9783800095346
ISBN - 13: 978 - 3800095346
Preis: 16,95 €

Kurzbeschreibung: 
Der angehende Psychiater Conrad Lenz lernt die 17- jährige Amanda in einer privaten Berliner Nervenheilanstalt kennen. Sie ist schwer traumatisiert und hat ihre Erinnerung verloren. Ihr Schicksal liegt im Dunkeln, bis er sich in sie verliebt und die Tragödie ihres bisherigen Lebens Stück für Stück entschlüsselt. Konfrontiert mit ihrer zweifelhaften Herkunft und der vampirischen Vergangenheit ihrer Mutter Estelle, wird Amanda in den Kampf mit ihrer Familie und unberechenbaren mystischen Mächten gezwungen Denn in den Karpaten lauert Utz, ihr gesetzlicher Vater, mit seinen Untoten auf den passenden Moment, um sein Recht an ihr einzufordern und ihr das Liebste zu nehmen, was sie hat. Erneut fallen dunkle Schatten auf die Familie Vanderborg.  

Meine Meinung:
Am Anfang der Geschichte war ich gebannt und konnte das Buch kaum weglegen. Denn dass eine Vampirin in eine Nervenheilanstalt kommt, um ihre angebliche "Schizophrenie" zu heilen, ist doch etwas interessantes. So las ich also die kommenden Seiten und das Buch nahm seinen weiteren Lauf. Conrad Lenz verliebt sich in die Protagonistin, welches natürlich als kleiner Beigeschmack sehr willkommen war. So ging es also nicht nur um das Schicksal der jungen Frau, sondern auch eine zarte Liebe entwickelte sich. Zunehmendst von ihrer Familientragödie konfrontiert, arrangiert sich Amanda damit, eine Vampirin zu sein und hält dies jedoch zunächst vor Conrad geheim. Was mich etwas irritiert hat, war, dass er auf einigen Seiten nichts von ihrem vampirischen Dasein wusste und kurze Zeit später wusste er, unter welch dunklen Fluch seine, bis dahin, Gattin litt. Jedoch verlor die Autorin mit keiner Silbe, Conrad Lenz darüber informiert zu haben. Das führte dazu, dass an einigen weiteren Stellen, sich meine Augenbrauen vor Verwunderung zusammenzogen. Zum Beispiel fand ich es auch recht ungelungen, dass der Kampf bzw. die Flucht aus der Burg von Utz, Amandas gesetzlichem Vater, in den Karpaten recht dürftig ausfiel. Die Flucht allerdings, gen Heimat zog sich fast schon dramatisch hin. Im weiteren Verlauf gebar Amanda zwei Kinder. Was mit ihnen geschah, könnt ihr selbst lesen, zuviel möchte ich nicht vorweg nehmen, jedoch möchte ich hier anmerken, dass dies sehr gelungen war. So brachte Bianka Minte - König wieder Pepp in die Geschichte. Leider habe ich noch eines, was ich zum negativen anführen möchte. Man kann den geschichtlichen Hintergrund nicht außer Acht lassen, das ist klar, immerhin handelt das Buch zeitlich von 1919 - 1942. Hier sind natürlich einige Dinge passiert. Deutschland ist vom 1. Weltkrieg gebeutelt, hohe Arbeitslosenzahlen, 1929 der Börsencrash und die zunehmende Macht des damals aufstrebenden Hitlers, der seine Ideologie ungehindert verbreiten konnte. Doch ich finde, die Autorin hätte ein paar Seiten mehr in die Geschichte bzw. in das Schicksal von Amanda investieren können, als etwas lang und zählesend von ihrer Aktivität in einigen Frauenbewegungen, die das Wahlrecht der weiblichen Generation forderte. Zum Schluss möchte ich meine Bewertung aber mit positiven Gesichtspunkten beenden. Man ist sich zwar, als Leser, bewusst, dass Amanda eine Vampirin ist, so muss sie selbst jedoch ihrem Schicksal noch auf die Schliche komme. Das ist Bianka Mint - König gut gelungen. Nicht zu lange zieht sie es hinaus, bis Amanda es realisiert. Die Liebe zwischen Conrad und ihr war sehr gut eingebracht, denn so konnte man sich für Amanda freuen, nebst ihrer Tragödie, doch wenigstens ein bisschen Glück gepachtet zu haben. Auch die Weiterentwicklung des Charakters finde ich gelungen. So entwickelt sich das zerbrechliche Mädchen in eine junge Frau, die sich ihrem Schicksal annimmt. 

Fazit: 
Die Geschichte hat Potential, ja! Aber doch wurde ich mit Charakteren, Geschichte und Entwicklung nicht so ganz warm. Zwar hatte ich Geschichte einige neue Aspekte, aber der Funke wollte nicht so ganz überspringen. 

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