[Rezension] Für niemand von Tobias Elsäßer

Mittwoch, 16. Mai 2012

Buchinformationen:
Taschenbuch: 164 Seiten
Verlag: Sauerländer Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN - 10: 9783794170906
ISBN - 13: 978 - 3794170906
Preis: 12,95€

Kurzbeschreibung:
Drei Jugendliche, drei Schicksale. Sie kennen sich nicht, aber sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Selbstmord. In einem Internetforum verabreden sich Sammy, Nidal und Marie, um gemeinsam zu sterben - ohne allerdings zu ahnen, dass sie beobachtet werden. Yoshua ist heimlicher Mitleser des Chats und versucht, das Ereignis zu verhindern. Tatsächlich gelingt es ihm, die Identität, die hinter den Nicknames steckt, herauszufinden. Doch was wird passieren, wenn er zum vereinbarten Treffpunkt kommt ...? Spannend und eindringlich zeichnet Tobias Elsäßer in diesem Episodenroman vier Schicksale zwischen Verzweiflung, Hoffnung und Neuanfang.  

Meine Meinung: 
Tobias Elsäßer beschreibt die Geschichte, dreier Jugendliche, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aber ein gemeinsames Ziel haben. Selbstmord. Der Autor startet mit knappen, aber ausdrucksstarken Sätzen in die Geschichte und man ist sofort gepackt! Hinter den Pseudonymen Train, Whisper und Sailer verstecken sich die Jugendlichen Nidal, Marie und Samy. Im Laufe der Zeit findet der Leser heraus, welcher Nickname zu welchem Buchcharakter gehört und kann sie sehr gut zu den jeweiligen Charakteren assoziieren.
Die zwei Mädchen und der junge Mann planen gemeinsam in einem eigens dafür gestalteten Chatroom ihren Selbstmord. Wie dieser verlaufen soll, wann und wo. Und genau hier kommt Joshua ins Spiel. Durch eine kleine Technikspielerei gelingt es ihm, sich unerkannt in Chatrooms einzuhacken und landet in den "Suizid - Chat". Dem jungen Mann wird klar, dass er ihnen helfen muss, sie aufhalten muss. Aber wie, wenn er nicht weiß, wer sich hinter den Nicks verbirgt? Somit gewinnt der Chatroom einen weiteren, stillen Beobachter. Die drei Suizid - Kandidaten merken davon nichts und tauschen sich täglich über ihre Sorgen, Hoffnungen und Ängst aus, damit der Weg zum Selbstmord erträglicher wird. Warum die Protagonisten ihrem Leben freiwillig ein Ende setzen wollen, ist unterschiedlich. Zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber eines sei aus meiner Sicht gesagt: Ich könnte es nicht verstehen, aber ich könnte es nachvollziehen.
Die Abschnitte, in denen Tobias Elsäßer dem Leser einen Einblick in das Gefühlsleben der Protagonistin ermöglicht, werden immer kürzer, was dem Leser unmissverständlich klarmacht, dass es "ernst" wird. Bis zum Schluss bleibt die Fragen offen - Schafft es Joshua rechtzeitig? Machen Nidal, Marie und auch Samy vielleicht doch einen Rückzieher? 

Fazit: 
Leichte Kost ist das Buch gewiss nicht, doch es rüttelt wach! Suizid schwebt gerade in unserer heutigen Zeit als "Geist" durch die Gesellschaft. Man nimmt es nicht wahr, aber das Problem ist gegenwärtig. Man darf Problemen nicht aus dem Weg gehen.  Gerade die Pubertät ist eine heikle Zeit bei Jugendlichen. Man macht Erfahrungen, die nicht immer posotiv verlaufen. Wenn Jugendliche sich ändern, ihr Verhalten sich ändert, spricht es an! Schiebt nicht alles auf die Pubertät, nimmt es nicht so einfach hin! Schaut hin und macht etwas! Wenn eure Freundin oder euer Freund sich anders verhält als sonst, fragt warum. Und genau auf das macht uns Tobias Elsäßer aufmerksam. Man darf dieses Thema nicht hinnehmen und totschweigen. "Für Niemand" ist ein Buch, welches man gelesen haben sollte, wenn man keine Angst vor der Wahrheit hat. Denn so fiktiv die Figuren, Nidal/Marie und Samy in diesem Roman zu sein scheinen, so real könnten sie in unser nächsten Umgebung sein...
Ehrlich gesagt, bin ich zu aufgewühlt, um diesem Buch "Bewertungssternchen" zu vergeben. Eines lasst euch gesagt sein: Es ist ein sehr, sehr gutes Buch!

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