[Rezension] Kyria und Reb: Bis ans Ende der Welt von Andrea Schacht

Mittwoch, 16. Mai 2012


Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 318 Seiten
Verlag:
INK
Sprache:
Deutsch
ISBN - 10:
3863960165
ISBN - 13:
978-3863960162
Preis:
17,99€
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Kurzbeschreibung:
Wie fühlt es sich an, frei zu sein?
Die 17 - jährige Kyria lebt in New Europe, einer Welt der kompletten Überwachung. Als sie erfährt, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben hat, ist ihr einziger Gedanke: Flucht! Gemeinsam mit dem Draufgänger Reb flieht sie Richtung Küste. Doch schon bald sind ihnen die Verfolger auf der Spur. Werden die beiden den Weg in die Freiheit jemals finden?

Meine Meinung:
2011 war das Jahr der Dystopien, angefangen hat es mit "Cassia & Ky", fortgesetzt mit vielen erfolgreichen Geschichten und auch im 2012 geht es weiter mit Büchern, die das Thema der Dystopien aufgreift. Doch was bedeutet eigentlich dieser Begriff - Dystopie? Um es mit den Worten von Wikipedia zu erklären: Eine Dystopie ist in der Literaturwissenschaft eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang. Bedeutet also: Jemand (hier der Staat) meint etwas gut, führt gewisse Regeln ein, diese jedoch gehen gehörig in die Hose. Warum führe ich euch das nochmal vor Augen, besonders dann, wenn ihr im Laufe des letzten Jahres wahrscheinlich selbst einige Dystopien gelesen habt? Nun, es geht mir darum, dass Andrea Schacht etwas sehr gut gelungen ist, was ich in anderen Büchern - so gut sie auch das Thema "Dystopie" verarbeitet haben, vermisst habe. Diese furchtbar düstere Stimmung, auf sich komplett alleine gestellt sein. Man hat Angehörige und Freunde, aber dennoch geht das Vertrauen nicht ins unbegrenzte. Eben diese Düsternis und der Kontrollwahn, der beispielsweise in New Europe herrscht, hat Schacht sehr, sehr gut dargestellt. Ich kann also sagen, dass die Autorin das Thema "Dystopie" wunderbar verarbeitet hat. 
 
Auf der anderen Seite bin ich auch ein wenig enttäuscht. Denn in all dem dunklen soll es auch Hoffnung geben, in Form eines mutigen Protagonisten, der in der Lage sein könnte, dieser Staats- bzw. Kontrollform ein Ende zu setzen oder sich selbst aus dieser Situation herauszuwinden. Da kommt also Kyria ins Spiel. Die junge Frau stand stets unter Beobachtung und wie es scheint, hat einer ihrer Vertrauten es auf sie abgesehen. Gemeinsam mit Reb flüchten sie also, jeder mit seinen Sorgen und Aufgaben im Gepäck und ich wartete nun auf eine eine packende, sowie gefühlvolle Story. Ich wurde mit Kyria nicht warm, konnte mich nicht mit ihr identifizieren. Und auch Reb war immer unannahbar und irgendwann werden solche Charakteren dann für mich uninteressant, selbst wenn dann ein Geheimnis herauskommt, was eben diesen unannahbaren Charakter etwas verletzlicher darstellt. Das klingt vielleicht zunächst etwas rigoros, aber ich kann mich dann nicht oder selten für diese Person neu begeistern.

Interessant, welche Wendungen es während der Geschichte gab - allerdings nicht packend. Sie waren einfach vorherzusehen oder es wurde einfach schon viel vorweggenommen, so dass man sich selbst Schlüsse ziehen konnten. Und wer "Cassia und Ky" mit "Kyria und Reb" vergleicht, der kann nicht die gleichen Bücher gelesen haben wie ich. Jedes Buch ist auf seine Art und Weise ein Highlight, aber die Autorin von "Kyria und Reb" setzt in meinen Augen bei weitem nicht so viel auf Gefühle, wie es beispielsweise Ally Condie getan hat. Alleine schon die Tatsache, dass hier keine romantischen oder gefühlvollen Gedichte niedergeschrieben sind, sondern die Dialoge zwischen Kyria und Reb teils sehr nüchtern wirken, zeigt schon davon, dass Andrea Schacht ihr Augenmerk wohl mehr darauf legt, dem Leser die Nüchtern- und Distanziertheit einer Dystopie nahe zu bringen. Natürlich mit unterhaltenden Protagonisten ausgeschmückt, aber eben nicht so gefühlsgeladen, meiner Meinung nach. 

Finde ich also "Kyria und Reb" gut oder weniger gut? Ich gebe zu, ich bin etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite hat die Autorin das Thema "Dystopie" sehr gut dargestellt, auch in den Charakteren gelungen wieder gespiegelt. Auf der anderen Seite hätte ich ein bisschen mehr Gefühl erwartet. Da es der Auftakt einer Trilogie ist, würde ich einfach mal behaupten, dass ich mich vom zweiten Teil überraschen lasse. Immerhin steckt sehr viel Potential in der Geschichte! 

Fazit:
Ein ausbaufähiger Auftakt in eine dystopische Trilogie. Persönlich hätte ich mir ein wenig mehr Gefühl gewünscht, gleichzeitig kann ich aber sagen, dass "Kyria und Reb" ein gute Geschichte ist.

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