[Rezension] Nicodemus: Der Zauber(ver)schreiber von Blake Charlton

Dienstag, 15. Mai 2012

Buchinformationen: 
Gebundene Ausgabe: 473 Seiten
Verlag: Klett Cotta (März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN - 10: 360893877X
ISBN - 13: 978 - 3608938777
Preis: 19,95€

Kurzbeschreibung: 
Magische Runen steigen von einer Buchseite auf, sie vermögen den Körper eines Mannes in die Luft zu heben, ein Messer zu schärfen oder ein Herz anzuhalten. Nichts ist in Starhaven so machtvoll wie die Magie der Zaubersprüche! Nur Nicodemus, dem Lehrling der Zaubersprachen, will rein gar nichts gelingen. Durch seine Legasthenie bringt er die Zaubersprüche ein ums andere Mal durcheinander und stürzt sich und seine Umgebung in heilloses Chaos. Und ist er womöglich der lang ersehnte Halkyon, der die Welt von Starhaven retten soll? Wer aber hat Nicodemus die Kunst des Zauberschreibens gestohlen? Seine Feinde haben sich schon auf den Weg gemacht. Durch den rätselhaften Mord an einer Professorin geraten Nicodemus und sein Mentor, der blinde Zauberer Shannon, in große Gefahr.  

Meine Meinung:
Normalerweise finde ich es bedenklich, wenn ein Autor seine Lebensgeschichte bzw. einen Teil seiner persönlichen Erfahrung mit in das Buch einbringt, es sei denn es handelt sich um einen Erfahrungsbericht. Hier also die Legasthenie. Meiner Meinung nach schafft es der Schreiber nicht, objektiv zu bleiben. Obwohl es "seine" Geschichte ist, kommen immer wieder eigene Erfahrungen mit rein. Doch Blake Charlton hat mich eines besseren belehrt. Sein Schreibstil ist zwar noch etwas bearbeitunsdürftig, aber es hat in jedem Fall sehr gute Ansätze. Man findet sich in einer fantasiereich gestalteten Welt wieder. Gut, vielleicht schon oft gelesen, aber jede Geschichte ist auf ihre Weise ein Unikat. Hier also auch bei "Nicodemus - der ZauberVERSchreiber". Ein Student, der die Lehre der Zaubersprüche erlernen möchte, eine mystische Schule, Magiewesen, wie z.B. Kobolde, verzauberte Schutzgeister und vieles mehr.
Eines muss ich jedoch kritisieren: Charlton erklärt zwar, wie sich die Zaubersprüche zusammensetzen, doch wieso muss es unbedingt mit Muskelkraft zu tun haben? Gewisse Zaubersprüche werden auf die Haut geschrieben und durch Muskelkraft verzaubern sie die Umwelt. Für mich hat Magie rein GAR NICHTS mit Muskelkraft zu tun! Hier mag ich es wirklich eher klichscheemäßig. Entweder Finger, Zauberstab oder wie die guten alten Druiden - ihre langen groben Holzgehstöcke. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, was mir recht positiv aufgefallen ist, da ich dachte, dass der Autor aufgrund seiner Schreibschwäche vielleicht nicht immer die richtigen Wort bzw. den richtigen Satzbau finden könnte, um die Spannungskurve überhaupt zu gestalten. Doch so war es nicht. Man hat mit "Nico" gelitten, sich gefreut und auch ängstlich in die Zukunft geblickt. Der Autor wusste also an sich, was eine gute Geschichte benötigt. Ein Protagonist, der außergewöhnlich ist, einen Bösewicht, Wegbegleiter bzw. Freunde, und die Aussicht auf folgendes Teile :) Und hier kommen wir zum weiteren Punkt, den ich ansprechen möchte. Bereits zur Mitte des Buches wird erwähnt, dass Nicodemus einst gegen seine Halbschwester ankämpfen muss, dies lässt daraus schließen, dass mindestens ein weiterer Teil folgen soll. Bei meiner Internetrecherche fand ich heraus, dass gar zwei Teile folgen sollen. Lassen wir uns also überraschen...
Zwei Dinge habe ich noch zu erwähnen, da ich ungern meine Meinungen mit etwas negativen beende, bewahre ich das gute zum Schluss auf - hier also das nicht gelungene: Auf den letzten Seiten, etwa die 30 letzten Buchseiten haben so viel Info-Output, dass ich mich frage, ob dem Autor siedendheiß zum Schluss noch etwas einfiel, was er partout noch zu Blatt bringen musste, trotz Mangel an Seiten. Das war etwas zu viel des guten. Denn wenn ich bedenke, dass das Buch an sich nur eine Zeitspanne von drei Tagen beschreibt und zum Ende werden mehrere Monate in drei Kapitel gefasst, finde ich ungünstig gestaltet.
Zum Schluss also noch das gute :) Blake Charlton ist es gelungen, sich selbst in den Roman miteinzubringen, bzw. seine Schreibschwäche. Und trotz, dass ich sage: "Hier und da war etwas zu viel des Guten" oder "Hm... Da geht noch was" - es war eine tolle Geschichte und ich freue mich auf die kommenden Teile, vielleicht mit etwas mehr "Pepp", aber so viel Charm wie bisher :)
Ahja, bevor ich es vergesse! Ein Lob an den Designer des Covers! Wenn man das Buch an sich betrachtet, sieht man eine Gestalt in ein Kostüm gekleidet, mit einer Figur auf den Schultern. Doch hält man das Buch in den Händen, so erkennt man schnell, dass diese Figur 3D gestaltet ist. Wirklich eine origninelle Idee

Fazit: 
Diesen Roman mit "Harry Potter" zu vergleichen, wäre ein wenig übertrieben. Aber die Grundidee vom Autor finde ich wirklich interessant und mehr als unterhaltsam umgesetzt. Würde es eine Fortsetzung von Nicodemus geben, wäre auch dieses Buch ein Muss für mich!

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