[Rezension] Schattenblüte 01: Die Verborgenen von Nora Melling

Mittwoch, 16. Mai 2012

Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Polaris
Sprache: Deutsch
ISBN - 10: 3862520005
ISBN - 13: 978-3862520008
Preis: 14,95€
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Kurzbeschreibung:
Eine Liebe, stärker als der Tod.
Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz. Die >> Verborgenen << können ihre Gestalt ändern: Sie sind Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen zum Tier - und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?

Meine Meinung:
Wie bereits erwähnt, machte ich das Buch dafür verantwortlich, mich in eine kleine Leseflaute hineingeworfen zu haben. Nein, dem war nicht so, wenn ich im Nachhinein daran denke. Es war anders... Durch den Tod von Luisas Bruder ist ihre Welt völlig durcheinander gebracht worden, so auch ihr Gefühlsleben. Das Leben hat ihr einen wichtigen Teil weggenommen und nun fehlt ihr ein Stück des Daseins. Anfangs habe ich mich durch die stets präsente Melancholie durchgequält. Es lag daran, dass Nora Melling mich daran erinnerte, wie ich mich fühlte, als ich einen sehr wichtigen Menschen im meinem Leben verloren habe. Das rief einfach Erinnerung hoch und ich fühlte mich teils etwas unbehaglich. Nicht, weil die Autorin es schaffte, die Gefühle in mir wach zu rufen, im Gegenteil, das ist lobenswert, wenn ein Autor Gefühle im Leser weckt, sondern eher die Situation damals, die sich mir aufbarg, war nicht unbedingt schön. 
 
Aber durch vorangegangene Rezensionen, die das Buch in den höchsten Tönen gelobt haben, wollte ich mich nicht unterkriegen lassen und las weiter. Und gut, dass ich es gemacht habe! 

Nora Melling rief nicht nur Gefühle in mir wach, sondern gab der Geschichte einen authentischen Touch, durch die detailgetreue Ortsbeschreibung. Man befand sich mitten in Berlin. Es erging mir wirklich so, dass ich mir sehr gut bildlich alles vorstellen konnte, fast so, als würde ich Luisa immer auf ein Neues mit in den Wald begleiten und Bekanntschaft mit dem ein oder anderen Baum gemacht habe, indem ich ihm über die Rinde streichelte. 

Diese Authentizität setzt sich im gesamten Buch fort. Denn als Thursen ins Spiel kam, dachte ich: "Super! Mal kein Superheld, der vor Kraft und Selbstbewusstsein sowie alles händeln zu können, strotzt!" Vielleicht wünschen sich viele Leser genau solch eine Figur, doch ich bin - ehrlich gesagt - solchen Charakteren etwas überdrüssig geworden. Thursen ist ebenfalls von seinem Schicksal gebeutelt und nimmt sich nun auch dem von Luisa an. Durch diese Verbundenheit entsteht die erste große Liebe. Sie entsteht zwar nicht auf unbedingt vorteilhaften Boden, doch genau das macht die Geschichte mit unter aus. Thursen, der Vorsichtige... Thursen, der Ruhige.... Thursen, der Zerbrechliche... Daran musste ich denken, als ich die Passagen las, in denen er vorkam. In mir rief der Name genau die Gegensätzlichkeit auf, was der Name "Thursen" eigentlich bedeutet ; ) (Thursen (Riesen) sind dämonische, überwiegend schadenstiftende Ungeheuer von gewaltiger Kraft und enormer Größe, dabei entweder sehr dumm oder sehr weise. Quelle)
Und so sah ich Luisa und Thursen als ein Paar, dass sich durch diese Gemeinsamkeit - Trauer, unschöne Vergangenheit etc. sehr nahe stand und verbunden war. Sie haben sich perfekt ergänzt. Denn es gibt Paare, die ziehen sich gerade in solch einschneidenen Situationen runter. Sehen kein Licht am Ende des Tunnels, doch bei den Beiden ist es so, dass sie sich eher noch gegenseitig unterstützen, super ergänzen und gemeinsam Mut schöpfen. Durch das gemeinsame Schicksal schöpfen sie neuen Lebensmut. 

Und so "tröpfelte" die Geschichte vor sich her, als man sich im Plot der Lektüre wiederfand. Zeitweise muss ich gestehen, dass die Gedankengänge von Luisa etwas zu ausgiebig ausgebaut waren, so dass ein paar Textpassagen etwas langatmig wirkten. Doch das tat an sich, dem Lesegenuss, keinen Abbruch. Denn trotzt dieser kleinen Langatmigkeit schaffte es die Autorin, die stets präsente Melancholie (zum Schluss etwas abgeschwächt) zu bewahren und gen Ende in Spannung umschlagen zu lassen. Eine Art Show-Down, was meiner Meinung nach, sich perfekt in die Geschichte einfügte. Was genau bei diesem "Show Down" geschieht, verrate ich natürlich nicht, aber ich fand ihn sehr gelungen! : ) 

Zum Schluss wird der Leser nicht mit quälenden Fragen alleine gelassen, sondern eher mit Anregungen zum Nachdenken, getreu dem Motto: "Was wäre wenn...?" Und *hurra*, auch wenn alle Fragen soweit geklärt sind, so sind die Anregungen auch ein wenig quälend. Doch keine Bange, beim Stöbern entdeckte ich, dass der 2. Teil "Schattenblüte: Die Wächter" nicht mehr lange auf sich warten lässt. Dieser erscheint nämlich im März 2012.

Fazit:
Nora Melling springt auf den Zug der "begehrten und zeilenfüllenden Fantasyelemente" mit auf und bedarf sich für ihre Lektüre mit Werwölfen, Liebe und verletzbaren Helden. Doch, auch wenn es bekannte Elemente sind, so packt die Autorin sie in neue Kleider und schafft mit "Schattenblüte: Die Verborgenen" eine neue Geschichte, nämlich eine sehr wandelbare, individuelle mit ihrer eigenen Handschrift. 

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