[Rezension] Totenmädchen von Mary Hooper

Mittwoch, 16. Mai 2012

Buchinformationen:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag:
cbj
Sprache:
Deutsch
ISBN - 10:
3570400727
ISBN - 13:
978-3570400727
Preis:
7,99€
Kaufen?:
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Kurzbeschreibung: 
Oxford, im Jahre 1650: Namhafte Mediziner und junge Studenten versammeln sich im Haus des Apothekers Clarke, um der Sezierung einer Leiche beizuwohnen. Die Tote ist die sechzehnjährige Anne Green, die wegen Kindstötung zum Tod am Strang verurteilt und gehängt worden ist. In Wahrheit wurde Anne Green vom Neffen ihres Dienstherren verführt und dann sitzengelassen – doch die Wahrheit hatte vor Gericht niemand hören wollen. Stunden nach Annes Tod ist der junge Student Robert der erste, der es wahrnimmt: Anne Greens Augenlider flattern. Sollte das Mädchen, das noch auf dem Schafott seine Unschuld beteuert hatte, den Strang überlebt haben?
  

Meine Meinung: 
"Totenmädchen" wird aus der Sicht der zwei Protagonistin beschrieben. Zum einen von Anne Green und zum anderen von Robert Matthew. Das besondere hierbei ist, dass Mary Hooper die persönliche Erfahrung bzw. Geschichte der Anne Green beschreibt und Robert ist der Beobachter, gleichzeitig Mitwirkender.
Im Wechsel wird berichtet, wie Anne Green in diese Situation gelang. Von ihrer Anstellung bis hin zum Schafott, als sie ihren (vorerst) letzten Atemzug nimmt. Wie sie auf Read's Gut gearbeitet hat, sich von den blauäugigen Versprechungen des Guts - Neffen hat verführen lassen und er auch seine Verführung nicht nur verbal vollzog. Man schüttelt zwar mit dem Kopf, wenn man liest, wie sich Anne hat "verzaubern" lassen, als sie den Worten von Geoffrey Read, Glauben schenkte, andererseits kann man sie auch verstehen. Denn der junge Mann hat ihre Hoffnungen und Wünsche für sich ausgenutzt und Anne glaubhaft gemacht, dass diese wahr werden könnten. Die Protagonistin mag vielleicht naiv sein, doch für ihre 16 Jahre hat sie unbeschreibliches durchlebt und teilt dies dem Leser sehr erwachsen und objektiv mit.
Im Gegenzug hierbei erzählt Robert von seiner Beobachtung und lässt seine eigene Geschichte teils miteinfließen. Er ist ein junger Medizin - Student, der seit seiner Kindheit extrem stottert. Von manchen belächelt und einigen nicht ernst genommen, kann er jedoch mit seinem Haushuhn Scarlett (wie toll!) ganz normal kommunizieren. Seine Verletzlichkeit und seinen unbändigen Drang zu helfen, finde ich klasse! Robert wird Zeuge von Anne's Verhandlung, ihrer Hinricht und ihrer "Auferstehung". Er beschreibt alles objektiv, lässt aber ein paar persönliche Empfindungen miteinfließen. Die Hingabe (Anne genesen zu sehen), der Mut und sein unstillbarer Tatendrang!
Die Kapitel, die aus Anne's Sicht geschildert werden, holen mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen herunter. Authentisch beschreibt das junge Mädchen, wie sie alles erlebt, durchlebt und verlebt hat. Die Abschnitte sind erschütternd, ernüchternd und doch teilt sie dem Leser mit, dass sie nie den Mut verlor.
Im Gegenzug dazu, erlebte ich die Robert's Kapitel als aufregend! Sie weckten in mir Hoffnungen, die ich in Anne's Kapitel begraben dachte.
Mary Hooper fesselt dadurch den Leser. Sie bewältigt den dünnen Grad zwischen Hoffnung, Mut, Glück und Trauer, ohne, dass dem Leser diese Emotionen zu viel werden könnten. Genauso fesselnd fand ich den Schreibstil der Autorin. Ich fühlte mich in 1650 zurück versetzt. 

Fazit: 
Mary Hooper schafft grandiose Charakteren und bestickt die (wahre) Geschichte mit persönlichen Empfindungen. Gekonnt versetzt sie den Leser ins Jahr 1650 und lässt uns teilhaben, an der unglaublichen Geschichte der Anne Green!

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