[Rezension] Unearthly: Dunkle Flammen von Cynthia Hand

Freitag, 14. September 2012


Buchinformationen:
Taschenbuch:  Seiten
Verlag: rororo
Sprache: Deutsch
ISBN - 10: 3499256983
ISBN - 13: 978-3499256981
Preis: 9, 99€
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Kurzfassung: 
Clara ist ein Viertelengel. So wie jeder Engel, muss die junge Frau ihre himmlische Aufgabe erfüllen. Durch Visionen erfährt sie, dass sie einen Jungen namens Christian vor großer Gefahr bewahren muss. Clara erfährt, wo ihr Schützling lebt. Sogar ihr geliebtes Kalifornien lässt sie hinter sich, um sich voll und ganz ihrer Engelsaufgabe zu widmen. Schnell findet sich Clara ein und lernt neue Freunde kennen. Sie hat ihr neues Leben so liebgewonnen, dass sie ihre himmlische Aufgabe fast schon vergisst... Aber nur fast...

Meine Meinung:
Von Anfang an hatte ich meine Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Kurze abgehackte Szenen, die den Leser via Prolog durch- und in die Geschichte einführen sollten, machten mir einen Einstieg schwer. Aha, Clara ist ein Viertelengel. Viertelengel? Ohje... Na ja gut, seis drum. Weiterlesen! Die nach dem Prolog folgenden Kapitel hingegen zogen sich ein Stück in meinen Augen. Von Californien zogen Clara, ihre Mutter und Bruder Jeffrey in eine völlig neue Gegend. Ihr Bruder hasste Clara dafür, weil er sein altes Leben vermisste. Aber immerhin ging es ja um die himmlische Aufgabe, die jeder Nephilim erfüllen muss. Umzug = Neue Schule. Diese wurde ebenso auseinanderdiskutiert, genau wie neue Freunde. Es zog sich einfach. Der krasse Gegensatz zum Anfang. Ich wollte nicht wissen, wie Claras Mitschüler waren, mit denen sie kaum bis nichts zu tun hat, wie ihr Geschichtsunterricht gestaltet ist, noch, was es für schulische Angebote es gab. Mehr Informationen zu "dieser einzig wahren" Aufgabe wollte ich. Wieso muss ein Engel diese erfüllen? Was musste Claras Mutter damals auf sich nehmen, als sie ihre Aufgabe durchlebte? Es wurd einfach zu viel vorgesetzt, was ich schlucken musste und nicht weiter erläutert wurde. Das störte mich eben so wie die Charaktere...

Clara war mir zu naiv, wusste Kleinigkeiten nicht zu schätzen und war mir einfach von Anfang an nicht authentisch genug. Jeffrey mochte ich sowieso nicht, da er von sich eingenommen war. Claras Mutter spielt keine allzu große Rolle, aber auch sie war mir - genau wie Clara selbst - ein Mysterium. Die Autorin beschreibt das Mutter-Tochter-Gespann als vertraut und innig. Das konnte ich nicht nachempfinden. Immerhin sagt die Protagonistin selbst, dass ihre Mutter ein wandelndes Geheimnis ist. Sie spricht nicht mit ihrer Tochter über diese eine bestimmte Aufgabe und generell waren mir einige Situationen oberflächlich. Eben nicht innig und vertraut. Wäre diese himmlische Aufgabe nicht gewesen, gäbe es wahrscheinlich nichts, was Clara und ihre Mutter verbindet. Des Weiteren gibt es da noch Christian, Claras Schützling. Wie kann es natürlich anders sein? Er ist unverschämt gutaussehend, klug, einfühlsam, zuvorkommend - einfach perfekt. Christian war mir zu glatt. Natürlich wünsche ich mir einen überdurchschnittlichen tollen(männlichen) Part. Sonst wäre es ja teils keine interessante oder außergewöhnliche Geschichte, wenn durchschnittliche junge Männer dargestellt werden. Das gebe ich zu. Aber Christian war einfach so ein Charakter, der eine gewichtige Rolle spielt, jedoch furchtbar blass blieb. Ich könnte euch nicht mal mehr beschrieben, wie er laut Autorin aussehen soll. 

Allerdings gab es neben Christian einen anderen Jungen - Tucker. Mit ihm konnte Clara mal wirklich eine normale Jugendliche sein. Kein Jeffrey, der sie daran erinnert, dass sie eine bestimmte Aufgabe hat oder ihre Mutter, die sie ständig ermahnt, ein guter Engel zu sein oder zu werden (sie soll endlich fliegen üben, sich hinter die Rettung von Christian klemmen etc.). Während diesen Kapiteln hatte ich die Geschichte viel Potential, meiner Meinung nach. Natürlich wird "Unearthly: Dunkle Flammen" erst durch die Nephilim-Elemente zu dem, was es ist. Aber die Momente, in denen Clara, dank Tucker, einfach menschlich sein konnte, waren schön und sehr romantisch. Etwas weniger von den Engelsangelegenheiten hätten es angenehmer gestaltet. Mich störte es nämlich besonders, dass auf fast jeder Seite erwähnt wurde, dass sie sich ihrer Aufgabe zu widmen hat. Herrje, zwei oder drei Kapitel einfach mal verliebt sein - geht das bitte? 

Auch, wenn es den Anschein hat, dass mir die Geschichte ganz und gar nicht zusagt - kann ich so nicht unterschreiben. Wie bereits erwähnt, die Story hatte wirklich Potential, auch hat Cynthia Hand die Einarbeitung der Nephilim (wobei ich den Begriff "Viertelengel" etwas kurios fand) gut umgesetzt hat. Auch gab es einige "WOW-" Momente. So zum Beispiel als Clara weitere Engel in ihrem nahen Umfeld kennen lernt oder eben auch das Ende. Gerade der Schluss des ersten Buch muss ich sagen, hat mir unglaublich gut gefallen. Die Autorin hat nämlich einen ziemlich überraschenden Schluss geschrieben und machte mich - trotz anfänglichen Schwierigkeiten - neugierig auf die Folgebücher. 

Fazit: 
"Unearthly: Dunkle Flammen" ist an sich kein absoluter Reinfall. Jedes Buch ist Geschmackssache und vielleicht hat mir der Geschichtseinstieg einfach einiges vermasselt. Dennoch hat das Buch wirklich tolle Ansätze und macht mich persönlich neugierig auf den Verlauf der weiteren Geschichte. Es kann eben nur besser werden, rede ich mir ein.

Kommentare:

  1. Interessante Rezi, auch wenn ich sie nicht 100%ig unterschreiben kann.

    Die Story hatte meiner Meinung auch mehr Potential und mich hat es auch genervt, dass so viel über Claras Schule erzählt wird.
    Jetzt wo du's sagst, fällt mir auch auf, dass wirklich häufig ihre Aufgabe erwähnt wird, aber ich fand trotzdem, dass die Clara-Tucker-Szenen ausreichend waren.
    Tucker ist mir übrigens sehr sympathisch, im Gegensatz zu Christian, der mir - wie dir- zu glatt udn zu perfekt ist.
    Allerdings wird am Ende ja ein bisschen was erklärt, was sein perfektes Aussehen und so angeht.

    Ich hab gesehen, auf LB hast du 3 Sterne vergeben, ähnlich wie ich (nur dass ich 3, 5 gegeben habe ) und da kann ich dir zustimmen. Ein nettes Buch, hat aber einige Schwächen ;)

    Liebe Grüße ♥
    Charlie

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  2. Hallöchen Charlie!

    Stimmt natürlich, dass im Nachhinein das ganze um Christian eine Erklärung findet. Aber im allgemeinen muss ich sagen, dass er mir eben zu gegebenen Zeiten nicht gefiel, als Charakter. Da wir ja erst gen Ende erfuhren, was es mit ihm auf sich hat, konnten wir das ja nicht wissen. Daher war er mir nachher immer noch unsympathisch *lach* Kompliziert, kompliziert :D

    Ich hatte Angst, dass die Rezension ausschaut, als würde ich die Geschichte auseinander nehmen. Das war und ist nämlich nicht mein Ziel. Vielmehr ist es so, dass gutes Potential vergeudet wurde. Bin aber gespannt, ob es in den Folgebänden besser wird.

    Ahja, Tucker war mir von der ersten Sekunde an sympathisch, weil er -genau wie ich- seinem Auto einen Namen gegegeben hat. Zwar heißt mein Auto nicht "Bluebell", aber "Gürkchen" (grüner Corsa) ist ebenbürtig :D

    Liebe Grüße!
    Saskia

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  3. Gürkchen ist ein süßer Namen ;)

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