[Rezension] Timeless von Alexandra Monir

Mittwoch, 7. November 2012


Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Heyne fliegt
Sprache:Deutsch
ISBN - 10: 3453267583
ISBN - 13: 978-3453267589

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Kurzbeschreibung: Das junge Mädchen Michele muss aufgrund des schlimmen Verlustes ihrer Mutter zu den versnobten Großeltern nach New York ziehen. Bereits seit Kindesbeinen verfolgt Michele der gleiche Traum, ein wirres Bild zeigt sich dabei: Ein fremdes Mädchen, welches ihr ähnlich sieht, sitzt vor einem Spiegel und ein geheimnisvoller fremder junger Mann, bei dem Michele tief im Innersten meint, zu kennen. Die Träume verfolgen sich bis nach New York und lassen sie nicht mehr los. Eines Tages findet sich die Protagonistin im New York von 1910 und ihre ganz persönliche (Liebes-)Zeitreise beginnt...

Meine Meinung:
Während einer Bummeltour mit Julia (Huhu!) überkam es mich und ich habe mir das Buch spontan gekauft. Das Cover, genauso wie der Klappentext sprach mich an. Im Hinterkopf hatte ich die negativen Meinungen von Bloggern, auf deren Urteil ich vertraue, hatte aber das unbeschreibliche Gefühl, dass mir die Geschichte dennoch gefallen könnte. Die 14,95€ hätte ich mir letzendlich aber sparen können...

Zu Beginn der Geschichte findet man schnell den Handlungsstrang. Michele, die Protagonistin, hat immer wieder einen seltsamen Traum, dies wird also wohl der Grundstein der Geschichte sein. Das Problem dabei war nur, dass Michele so unglaublich farblos geblieben ist, dass ich natürlich auch gar nicht warm mit ihr wurde. Nicht mal der Verlust ihrer Mutter brachte ihr Mitleidspunkte ein. Um die Farblosigkeit zu beschreiben, muss ich etwas ausholen und hoffe, dass ich nicht allzu viel verrate. Michele ist eine Zeitreisende und findet sich zwischen 1910 und 1944  in New York wieder. Dort hilft sie ihren weiblichen Vorfahren, "ihren" Weg zu finden. So stammen ergo alle, wie Michele, aus der unglaublich versnobten Familie und sollen im Grunde genommen einen Geschäftsmann heiraten, der das Familienimperium weiterführen kann. Doch natürlich gibt es jene, die das nicht wollen. Beispielsweise Lily, die Sängerin werden möchte. Kurzum: Michele reist in die Vergangenheit, ermutigt sie, Sängerin zu werden und alle sind glücklich. Bei diesen Handlungsabläufen war Michele so farblos, überflüssig und einfach Fehl am Platze. Diese Lily wurde als sehr starke Frau beschrieben, auch ohne Michele's Eingreifen. Sie wäre also so oder so Sängerin geworden. Das Lenken von Michele war nicht nötig. Des weiteren wurde alles von anderen Charakteren gelenkt, wenn Michele mit ihnen zu tun hatte. Im Grunde genommen war sie nur eine Mitläuferin. Wenn ich jedoch ein Buch lese, möchte ich einen Charakter, der heraussticht, ob positiv oder negativ. Einfach jemanden, den man nicht so an jeder Straßenecke findet. Das war mit Michele jedoch nicht der Fall. 

Außerdem wurde meines Erachtens thematisch zu viel aufgegriffen und direkt wieder fallen gelassen. Diese geheimnisvollen Träume, wieso ist das junge Mädchen eine Zeitreisende? Zwischenzeitlich verliebt sich Michele in einen jungen Mann aus dem Jahre 1910 und dann ist da noch das Verschwinden ihres Vaters. Wo ist er hin? Lebt er noch? All das wird fast zeitgleich aufgegriffen, doch bevor der Leser eine Spannung aufbauen kann und den Geheimnissen, samt Protagonistin, auf den Grund gehen kann, wird das nächste Thema angeschnitten und das aktuelle auf Seite geschoben. Mir war das zeitweise zu viel des Guten. Michele hatte ein großes Problem, befasste sich dann aber lieber mit den unwichteren Problemchen. Es war zu viel, zu wirr und überhaupt nicht spannend. 

Wie bereits oben erwähnt habe, verliebt sich das junge Mädchen in einen Mann aus dem Jahre 1910. Das ganze ist naturlich problematisch, weil beide aus verschiedenen Zeitzonen stammen. Diesen Aspekt möchte ich außer Acht lassen, sonst würde ich dennoch zu viel von der Geschichte verraten. Was ich aber anmerken möchte, ist die Unglaubhaftigkeit, auf deren diese Liebesbeziehung aufgebaut wird. Die moderne Michele trifft auf den altertümlichen Philipp und wissen bereits nach dem ersten Aufeinandertreffen, dass sie füreinander bestimmt sind. Und auch hier gilt wieder, Michele wurde durch Philipp gelenkt. Sie handelte nicht eigenständig. Das war irgendwie für mich, dass Michele sich verlieben wollte und dieser junge Mann aus 1910 kommt gerade gelegen. Es war in meinen Augen nicht authentisch genug. 

Allgemein war die Geschichte bzw. das Fortschreiten vorhersehbar, es baute sich kein Spannungsbogen auf, die Protagonistin war farblos und es wurde inhaltlich zu viel aufgegriffen, was man hätte ausbauen können, um die Geschichte interessanter zu gestalten. 

Fazit: 
Wie oben bereits erwähnt, das Geld hätte ich mir sparen können. Das unglaublich schöne Cover und der vielversprechende Klappentext lenken nicht davon ab, dass der Inhalt, meiner Meinung nach, völlig überflüssig ist. Hätte die Autorin gewisse Handlungsstränge verfolgt bzw. sich erstmal nur auf einen oder maximal zwei konzentriert, wäre "Timeless" sicher besser gewesen.

Kommentare:

  1. Huhu :)

    Schade, dass es dir nicht gefallen hat. Nachdem du es dir gekauft hast, habe ich auch nochmal nachgeschaut, ich hatte mir tatsächlich die engl. Leseprobe durchgelesen. Die Leseprobe hat mir aber so gar nicht gefallen, weswegen es das Buch dann auch nicht auf meine Wunschliste geschafft hat, obwohl ich Zeitreisen ja total interessant finde und gerne lese.

    Aber wenn du auch sagst, dass es nicht so gut ist, hat mich mein erster Eindruck ja nicht getäuscht und ich werde auch die Finger davon lassen. Die von dir benannten Kritikpunkte sind auch Dinge, die mich in einer Geschichte stören.

    Liebe grüße,
    Julia

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  2. Dann werde ich mir das Buch wohl doch nicht auf meine Wunschliste stellen.

    LG May

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  3. Genauso oder doch sehr ähnlich ist es mir ja mit Timeless auch gegangen Saskia. :)
    Ich fand die Romantik schon ganz süss, aber mehr auch nicht. Sehr vorhersehbar, irgendwie von Null auf Hundert und so viel angerissen, was dann nicht in der Tiefe 'behandelt' wurde. Merkwürdig. Ich habe mir viel mehr versprochen, aber wegen der Romantik im Buch war ich dann doch noch gnädig. Allerdings war es sprachlich auch gut, habs aber auf englisch gelesen.

    LG
    Lilly

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  4. Mh... eigentlich hatte ich überlegt ob ich mir das Buch kaufe... aber bei so vielen negativen Meinungen lass ich es wohl lieber. Da ist mir mein Taschengeld dann doch zu wichtig! :)

    Lg
    Yoshi

    http://yoshislesewelt.blogspot.de/

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    1. Huhu Svenja!

      Ich war ebenso in deiner Situation, habe lange überlegt und dachte einfach, dass es - trotz schlechter Kritik - etwas für mich persönlich sein könnte. Hätte ich besser mal auf die Buchbesprechungen gehört, die das Buch zerrissen haben. Mir hat es gar nicht gefallen =/ Dabei hatte das Buch zu Beginn wirklich vielversprechende Ansätze.

      Liebe Grüße!
      Saskia

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