Never ending Stories oder auch: Bleibt eine (unzählige) Buchreihe immer gleichbleibend unterhaltsam?

Sonntag, 25. August 2013

Tüdelü zusammen!

Zu diesem Thema kam ich als vor einer kleinen Weile eine Email bei mir eintrudelte. Es wurde der siebte Teil einer Buchreihe beworben. Es handelte sich um "Das Buch der Schatten: Schwarze Seelen" von Cate Tiernan. Mein erster Gedanke war: "Wirklich? Schon der siebte Teil?" Und dann dachte ich mir, ob das so sein muss. 

Ist man irgendwann der Geschichte nicht überdrüssig? Wenn ich persönlich auf die oben genannte Buchreihe eingehe, so muss ich sagen, dass ich anfangs ziemlich begeistert war. Nichts neues in dem Sinne: Ein junges Mädchen ist eine Hexe, verliebt sich in einen Jungen, der ebenso ein Hexer ist. Die zwei kommen zusammen. Später stellt sich heraus, dass das junge Mädchen eine mächtige Hexe zu sein scheint und ihr Herzblatt wird zum Bösewicht. Eifersüchtige Freundinnen, Übernatürliches und Herzschmerz. All das, was junge Leser heutzutage interessieren mag. Mich hat es interessiert, denn bis Band 4 habe ich das alles gelesen. Doch irgendwann stellte ich fest, dass mir die Entwicklung nicht mehr gefiel. Die Protagonistin hat sich nicht weiterentwickelt, es kamen zu viele neue Aspekte dazu. Es wurde nicht ein Gedankengang vollendet, sodass man sich auf eine Sache konzentrieren konnte. Der Leser wurde einfach mit "too much" Informationen gefüttert. So zumindest mein persönlicher Eindruck. 


Nun stellt sich mir einfach die Frage: Ist es nicht irgendwann mal gut? Muss das sein? Kann man nicht einfach ein (gutes) Projekt abliefern und sich dem nächsten zuwenden? 

Gleich verhält es sich mit "House of Night". Ich meine gesehen zu haben, dass der 11. Teil in den Startlöchern ist. Die ersten Teile waren ja noch unterhaltsam. P. C. Cast ist zeitig auf den Vampir-Zug aufgesprungen und hat das Thema, gemeinsam mit ihrer Tochter, zunächst gut, sowie unterhaltend umgesetzt. Doch auch hier wurde ich ab dem vierten Teil der Geschichte überdrüssig. Es war zu viel des guten, die Charaktere wuchsen mir nicht mehr ans Herz, ganz im Gegenteil. Die Augen rollten immer öfter, weil ich einiges übertrieben fand. Dementsprechen habe ich auch diese Buchreihe abgebrochen. 

Natürlich gibt es den Aspekt, dass die Autoren mit einem Verlag x-Buchteile ausgemacht hat, aber das lasse ich mal außer Betracht. Mir geht es nicht um diese Sache, sondern wirklich um die Frage: Ab wann ist es einfach genug? 

Natürlich gibt es Geschichten - gute Geschichten -, die man nicht in einem Buch packen kann. Bestes Beispiel: Herr der Ringe. Ja, auch hier gibt es mittlerweile viele Abzweigungen. Nehmen wir auch ein anderes Beispiel: Mercy Falls Reihe. Maggie Stiefvater (Achtung, persönliche Liebeshymne) hat es einfach drauf, eine unglaublich berührende, unterhaltsame, wunderbar geschriebene und ergreifende Geschichte in drei Teilen zu erzählen. 1. Teil: Einführung in alles wichtige. Protagonisten - Plot. 2. Teil: Weiterentwicklung aller Charakteren (vielleicht kommen neue hinzu) - Wendepunkt. 3 Teil: Finale - den Leser langsam aber sicher auf das Ende ranführen. 

Abschließend möchte ich sagen, dass dieser Post kein "Dampf ablassen" sein soll. Ganz im Gegenteil: Ich sehe das gelassen, sollen die Autoren eine anfänglich gute Geschichte so weiterführen, wie es ihnen dient. Für meinen Teil höre ich dann einfach auf, wenn es mir nicht mehr gefällt. Mich würde vielmehr interessieren, wie ihr das seht: Mittlerweile beim 10. Teil von House of Night angekommen oder seid ihr sogar Anti-Trilogie? 

Eure Eindrücke würden mich sehr interessieren. 

Liebe Grüße
Saskia

Kommentare:

  1. Also mir geht es sowieso langsam auf den Senkel, dass alle neuen Bücher, v. a. im Jugendbuchbereich, gleich mal als Trilogie oder Reihe angelegt werden. Ich schätze es sehr, wenn ein Buch, auch als Teil einer Reihe, in sich abgeschlossen ist, denn es macht mich kirre, wenn man da mitten in der Story sitzen gelassen wird und 1-2 Jahre warten muss, bis man weiterlesen darf. Da überlege ich manchmal, ob ich überhaupt anfangen soll, denn das wird ja ein Fass ohne Boden, wenn man man - sagen wir mal - 15 Bücher im Jahr liest, von denen es dann Fortsetzungen gibt. Denn man will ja weiterlesen, selbst bei den nicht ganz so tollen Büchern will man das. Zumindest ich. ;-) Irgendwann kommt man gar nicht mehr hinterher. Mir passiert's dann, dass ich es total verpenne, dass es nun den nächsten Band einer Reihe gibt. Z. B. habe ich irgendwann die Méto-Bände 2 und 3 im Buchhandel gesehen - war mir völlig entgangen, dass die sogar schon beide raus sind, obwohl ich die doch auf jeden Fall lesen wollte. Ob ich sie jetzt nochmal irgendwann lese, steht in den Sternen. Das ist dann dieses "Nun ja, jetzt hab ich eh schon verpasst, dass es die Bücher mittlerweile gibt, dann ist wohl auch der Reiz weg..."-Gefühl.
    Bei vielen Reihen ist es einfach nur Geldmacherei. Die Bücher verkaufen sich gut, also wird so lange weitergemacht, bis sie keiner mehr kauft. Am besten wird die Never ending-Story gar nicht mehr fertig erzählt, weil eben die Verkaufszahlen nicht mehr stimmen. Wozu sich also die Mühe machen und einen finalen Band schreiben?
    Die Qualität muss darunter leiden, denn irgendwann ist halt alles schon erzählt worden. Manche Bücher fasse ich deshalb gar nicht erst an. Ich würde z. B. gerne mal in die "Das Lied von Eis und Feuer"-Reihe reinlesen, aber wenn ich sehe, wie viele Bücher es davon gibt und wie dick jedes einzelne ist, vergeht mir die Lust. Das ist ja eine Lebensaufgabe, nicht nur für den Autor, sondern auch für den Leser.
    Als Kind habe ich gerne Reihen gelesen (ZM-Streng geheim, Pizza Bande usw.), aber als Erwachsene weiß ich es zu schätzen, wenn der Abschluss eines Projekts irgendwann in greifbare Nähe rückt.;-) Auch wenn es manchmal traurig ist, wenn man von liebgewonnenen Charakteren Abschied nehmen muss. Aber das ist allemal besser, als wenn man ihrer irgendwann überdrüssig wird.

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  2. @Bianca:
    Vielen lieben Dank, für deine ehrliche Meinung und das ausführliche Kommentar. Mir geht es ähnlich wie dir.

    Anscheinend werden wir nicht um Trilogien und Buchreihen umherkommen, denn das scheint derzeit schwer in Mode zu sein. :)

    Liebe Grüße
    Saskia

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