[Rezension] Stranwyne Castle: Das trügerische Flüstern des Windes von Sharon Cameron

Donnerstag, 5. Juni 2014

Zusammenfassung: 
Katharine Tulman hat von ihrer hinterhältigen Tante den Auftrag erhalten, nach Stranwyne Castle zu reisen, um als Angehörige zu bezeugen, dass ihr Onkel unzurechnungsfähig ist. Denn so kann sich ihre Tante Alice das gesamte Tulman-Vermögen unter den Nagel reißen. Katharine stellte sich darauf ein, dass sie einem wahnhaften Mann begegnen wird und sich die Angelegenheit schnell erledigen lässt. Doch die junge Frau hat nicht damit gerechnet, dass sie den jüngsten Bruder ihres Vaters so schnell ins Herz schließt, besonders weil er anders ist. Allerdings entwickelt sie nicht nur für Onkel Tully Gefühle und so erlebt sie ein Abenteuer auf Stranwyne Castle, welches gefährlich, doch ganz besonders großartig ist...

Meine Meinung: 
Ich liebe Bücher, deren Geschichten im 18. oder 19. Jahrhundert handeln. Deshalb und wegen der fesselnden Leseprobe, war "Stranwyne Castle" ein Must-read für mich und ich wurde nicht, trotz kleinerer Schwächen, enttäuscht. Cameron erschafft mit Katherine Tulmann eine herrliche Protagonistin. Im 19. Jahrhundert verhielten sich alle Frauen bereits in jungen Jahren sehr erwachsen, da man früh heiratsfähig war. Katharine spielte junge erwachsene Frau jedoch nicht nur so gut, da sie es musste, um auf Männerfang zu gehen, sondern ihr Leben verlief bisher so, dass sie keine Zeit hatte, um Kind zu sein. Ihr Vater starb als sie noch ein Baby war und so nahm sich ihre Tante Alice ihrer an. Und diese hat nichts Gutes im Sinn. Zwar konnte Katharine die Bücher und Finanzen im Auge halten, doch alles andere wurde ihr nicht zugetraut. Außerdem wurde sie niemals in die feinen Kreise Englands eingeführt, da ihr Stand nicht ansprechend war, noch wurde ihr eine gewisse Schönheit nachgesagt. Diese Ausgrenzung, obwohl sie zur Familie gehört, tat mir leid für die junge Frau und war ein weiterer Grund, weswegen ich sie ins Herz schloss. Eine weitere Ursache, die Katharine zu einem liebgewonnenen Charakter macht, ist die Stärke, die sie trotz alledem ausstrahlt. Genauso wie die Protagonistin habe ich alle mitwirkende Rollen liebgewonnen. Onkel Tully, der geistig zurückgeblieben zu sein scheint und wirklich etwas besonderes ist. Selten hat es ein Autor geschafft, dass ich eine Nebenfigur so schnell und so sehr ins Herz geschlossen habe. Onkel Tully kann aufgrund seiner Einschränkung kein Blatt vor den Mund nehmen und mit seiner jungenhaften Art musste ich immer Grinsen, wenn Katharine einen Dialog mit ihrem ihm führte. Trotz seines Alters, hatte er das Wesen eines kleinen Kindes und ein unsagbares Talent, Maschinen zu bauen. Auch die anderen Persönlichkeiten, wie Lane - Katherines Herzblatt -, Tante Bit und Davy. Was Anfangs danach aussah, als würden sich alle Charaktere das Leben gegenseitig schwer machen, entwickelte sich zu einer Familie. Ein toller Zusammenhalt. 

Durch die tolle Schreibweise der Autorin, fühlte ich mich wirklich ins späte 19. Jahrhundert versetzt. Die vornehmen Art, die man nicht mal bei den eigenen Verwandten ablegt, die gehobene Sprache oder vieles mehr. Die Art und Weise, wie Sharon Cameron den Figuren und der Geschichte Leben einhauchte, hat mir außergewöhnlich gut gefallen. Als das Buch seinen normalen Lauf nahm, fühlte ich mich ungemein unterhalten. Das einzige, was mich an "Stranwyne Castle" störte, war die Tatsache, dass die Autorin die Spannungskurve zu sehr strapazierte, gen Ende. Die kleine Stadt, die dank Katherine's Großmutter geschaffen wurde und sich Tante Alice annehmen wolte, ist überschwemmt worden. Diese Tatsache gab der Geschichte natürlich die dramatische Wendung. Doch dann stand auch Tante Alice im Türrahmen und wollte von ihrer Nichte Fakten hören. Damit nicht genug, denn der augenscheinlich nette Familienanwalt, der Katherine beratend zur Seite stand, schien sie zu hintergehen. Und noch weitere Gesichtspunkte kommen dazu, die zu sehr spoilern würden. Dieses ganze Zusammenspiel machte das vorerste Ende der Story nicht sehr angenehm. Zwar bin ich persönlich sehr gespannt, wie es weitergeht - besonders mit Katharine und Lane -, doch vieles ging unter. Man konnte nicht lange genug verweilen, denn das nächste Problem wartete auf und dann das nächste und so weiter. 

Auch, wenn der letzte Absatz so erscheint, als hätte ich nur bis zur Hälfte des Buches Spaß beim Lesen gehabt, dem sei folgendes gesagt: Tolle Charaktere, wunderschöne Geschichte, traumhafte Kulisse und ansonsten ein sehr angenehmer Schreibstil, machen diese Aneinanderreihung von Problemen am Schluss, fast schon wett. 

Fazit: 
Wer eine abenteuerliche Geschichte, die im 19. Jahrhundert handelt, mit wunderbaren Charakteren lesen möchte, den kann ich "Stranwyne Castle" ans Herz legen. Onkel Tully war mit seiner Andersartigkeit eine ganz besondere Person, Katharine war eine starke Frau und das komplette Zusammenspiel war wirklich unterhaltend. Nebst den angesprochenen Punkten, lädt zudem das herrliche, leicht Steampunk angehauchte, Cover ein, einen Blick ins Buch zu werfen. Ich wette, euch wird die Leseprobe ebenso verzaubern, wie es bei mir war.

Kommentare:

  1. So, jetzt bin ich noch viel gespannter auf die lektüre von "Stranwyne Castle"! Gut, dass es schon hier bereit liegt und als Nächstes verschlungen werden kann!

    LG
    Kathi

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    1. Huhu Kathi,

      Es ist wirklich super! Bin gespannt, wie du es findest :) Viel Spaß beim Lesen.

      Liebe Grüße
      Saskia

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