[Autoreninterview] mit Bettina Münster

Sonntag, 6. Juli 2014

Bettina Münster, Bettina Münster... "Da klingelt was bei mir.", sagt ihr? Genau, denn *HIER* habe ich den Debütroman der deutschen Autorin rezensiert. Während dem unglaublich netten Kontakt, entstand die Idee, Bettina zu interviewen. So saß ich also eine ganze Weile an den Fragen, die euch Bettina heute ausgiebig beantworten möchte... 

1. Wie viel Cindy steckt in Bettina Münster und wie viel Bettina Münster steckt in Cindy?
Was Cindy und ich gemeinsam haben ist wohl die gelegentliche Schusseligkeit. Aber das macht uns alle menschlich, daher mag ich diese Eigenschaft an Cindy. Ich selbst könnte gut drauf verzichten. :) Davon abgesehen haben Cindy und ich nicht viel gemeinsam. Sie hat ihren Platz im Leben noch nicht gefunden, vor allem was den richtigen Mann betrifft, und lässt sich leicht beeinflussen.

Ich persönlich weiß sehr genau, was ich will, bin glücklich verheiratet und habe einen kleinen Sohn.

In dem Punkt habe ich meiner Protagonistin wohl einiges voraus.

Was allerdings die Weigerung angeht, das Unmögliche zu akzeptieren… Wenn ich mir vorstelle, ich wäre in ihrer Situation, würde ich wohl ähnlich reagieren und erst mal denken, ich würde verrückt. Von daher glaube ich, dass ich unbewusst doch viel von meiner eigenen Art, mit den Dingen umzugehen, in Cindy´s Charakter versteckt habe.

2. Woher nimmst du deine Inspirationen?
Das zu beantworten ist schwierig. Es kann alles sein. Ein Buch, das ich lese, oder ein Detail in einem Film, den ich sehe. Ein gutes Gespräch, ein schönes Haus, an dem ich vorbei fahre… vollkommen egal. Plötzlich ist eine Idee da und verlangt danach, notiert zu werden. Deshalb habe ich fast immer mein Notizbuch mit, in dem ich die Ideen grob skizziere. Oder nur einzelne Schlagwörter aufschreibe. Ganz verschieden. Mein Mann weiß schon Bescheid, wenn ich das Buch zücke, dass es „mal wieder soweit ist“. :)


3. Wie fühlt es sich an, wenn man sein eigenes Buch in der Hand hält?
Das ist tatsächlich ein wunderbares Gefühl. Als ich zum ersten Mal mein eigenes Buch in der Hand hielt, konnte ich kaum glauben, dass ich das wirklich geschafft habe.

Es erfüllt einen mit unglaublichem Stolz. Man weiß, wie viel Arbeit und Herzblut man hinein gesteckt hat. Und dann hält man das Resultat als fertiges Buch in der Hand. Ein wahnsinns Gefühl!

4. Was sind deine Lieblingsbücher?
Meine Interessen sind da recht breit gefächert, aber am liebsten lese ich Thriller. Dan Brown fasziniert mich unheimlich, ich habe seine Bücher geradezu verschlungen. Charlotte Link lese ich auch sehr gerne, obwohl es da wirklich auf das Buch ankommt.

Vampirromane, z.B. von Lara Adrian, sind zwischendurch auch mal drin, ebenso wie Romane von Nora Roberts. Aber mein absolutes Lieblingsbuch ist „Der Schwarm“ von Frank Schätzing. Das trifft einfach genau meine Interessen und ist so spannend geschrieben, dass ich es gar nicht weglegen konnte. Als ich die letzte Seite beendet hatte, hab ich sofort vorn wieder angefangen. Das ist mir noch bei keinem anderen Buch passiert.


5. In welchen Situationen kannst du am besten schreiben oder wo/wie schreibst du am liebsten?
Da würde ich jetzt gern mit einer spannenden Antwort kommen. :) Tatsächlich ist es aber so, dass beim Schreiben vollste Konzentration gefragt ist. Sowohl im Schreibfluss, wenn es einfach aus mir herausströmt, als auch beim Überarbeiten des Manuskripts brauche ich Ruhe und Konzentration. Daher sitze ich eigentlich immer an unserem Esstisch, von dem aus ich in den Garten sehen kann, mitten in die Bäume. Am Esstisch gibt es nichts, was mich ablenkt, ich sitze ordentlich, und wenn ich zwischendurch Gedanken sammeln muss, schaue ich hinaus und beobachte die Vögel.

Am besten geht das am Wochenende morgens. Da nehme ich mir Zeit, trinke in Ruhe dabei Kaffee und lasse es einfach fließen. Klar, der Haushalt und solche Dinge haben dann halt erst mal Pause, das muss ich dann später nachholen.


6. Hat jmd. aus deiner Familie bereits deine Bücher gelesen und was sagen sie zu deinen tollen Geschichten?
Ja, ein paar Familienmitglieder haben meine Bücher schon gelesen. Mein Bruder hat mich auf eine Stufe mit namhaften Bestseller-Autoren gestellt, was mich natürlich sehr freut. Aber geschwisterlicher Stolz ist da sicher mit in die Wertung eingeflossen. :) Aber auch die anderen Familienmitglieder waren durchweg begeistert und unterstützen und ermuntern mich immer wieder, weiterzumachen.

Mein Vater, der Englischlehrer ist, übersetzt zudem im Moment meinen Vampirroman ins Englische, damit ich auch international durchstarten kann. Da ist natürlich ein Profi am Werk! Er ist absolut begeistert von der Sensibilität, mit der ich die zwischenmenschlichen Beziehungen darstelle.

Dass ihm als meinem härtesten und ehrlichsten Kritiker meine Bücher so gefallen, ist natürlich ein riesiger Motor zum Weiterschreiben!


7. Wenn du dein Buch in einem Satz beschreiben müsstest, wie würde dieser lauten?
Ach herrje. Das ist schwierig. Kann ich die Frage auslassen? :) Ein ganzes Buch und seine Vielschichtigkeit in einen Satz zu packen, halte ich eigentlich für unmöglich. Könnte ich das, wäre ich wohl Aphoristikerin und keine Roman-Autorin. :)


8. Was sind deine Hobbies neben dem Schreiben?
Ich lese unheimlich gerne, außerdem habe ich einen grünen Daumen und pflege mit viel Liebe mein eigenes Gemüse und eigene Kräuter. Die Natur wachsen zu sehen gibt mir viel Kraft und macht mich sehr glücklich.

Außerdem spiele ich leidenschaftlich gern Klavier, wenn die Qualität auch wohl eher nur für den Hausgebrauch reicht.

Ansonsten steht die Familie und die Pflege von Freundschaften an oberster Stelle, ganz klar.


9. Was darf man demnächst noch von dir erwarten?
Viel. :) Ich habe gerade einen Mystery-Thriller fertiggestellt, mein bislang längstes, aufwendigstes und komplexestes Buch. Die Überarbeitung ist noch in vollem Gange, man darf sich also wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres auf die Veröffentlichung freuen.

Zudem bin ich dabei, einen Gedichtband auf die Beine zu stellen. Da ich seit einigen Monaten – völlig ungeplant - wieder Gedichte schreibe und diese sehr gut ankommen, möchte ich sie in einem eigenen Buch zusammenfassen, gemeinsam mit einigen Momentaufnahmen. Das Projekt steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Tja und dann… werden die nächsten Romane geschrieben! Die nächsten drei sind im Kopf bereits fertig. Dass ich mal aufhöre steht in den nächsten Jahren also auf keinen Fall zur Debatte. Ganz im Gegenteil. Dabei hoffe ich dann natürlich, dass der Erfolg mir Recht gibt. :)

Ihr solltet die Homepage der Autorin unbedingt in euren Blogroll mit aufnehmen, denn Bettina ist nicht nur unheimlich sympathisch, sondern auch unfassbar begabt. Ich bin total begeistert von ihrem vielfältigen Talent und freue mich auf weitere Projekte von ihr! 

Weitere Infos zur Autorin: 
Im Jahr 1980 erblickte Bettina das Licht der Welt und schon mit 13 begann sie zu schreiben. Neben Gedichten und Kurzgeschichten, merkte sie ihre Passion zum Geschichten schreiben. Bisher veröffentliche sie "Das Leichentuch" und "Der Tag ist dein Freund, die Nacht ist dein Feind". Doch nicht nur das Schreiben bereitet ihr Freude, sondern auch Klavier spielen, Sprachen (lernen), Waldspaziergänge und ihre Familie natürlich. 

An diester Stelle möchte ich mich noch ganz recht herzlich bei dir, Bettina, bedanken! Es hat mir unwahrscheinlich viel Spaß gemacht, sich mit dir auszutauschen. Danke auch nochmal, dass ich für dich "Das Leichentuch" rezensieren durfte. 

Seid ihr nun neugierig geworden? :) Lesproben findet ihr hier: 

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