[Rezension] Wirbel um Mary-Lou von Carol Cox

Samstag, 25. April 2015


Kurzbeschreibung: 
Nachdem Mary-Lou's Karriere als Gouvernante ein jähes Ende nimmt, weiß sie nicht, wohin. Doch Alvin, der beste Freund ihres verstorbenen Cousins und Mitinhaber eines Geschäftes, was er mir ihrem Cousin betreibt, bietet ihr jederzeit Obhut, sollte sie jemals Hilfe brauchen. Voller Tatendrang macht sich also Mary-Lou auf den Weg in das wildwestliche Arizona. In Cedar Ridge angekommen, wird sie jedoch nicht herzlich empfangen. Ganz im Gegenteil: Alvin ist zwischenzeitlich verstorben, sodass Caleb, Alvin's Neffe, nun das Geschäft leitet und er sieht in Mary-Lou zunächst eine große Konkurrenz. Immerhin hat man ihr die Hälfte des Geschäftes vermacht. Doch nicht nur der holprige Start als Geschäftsfrau, macht der jungen Dame das Leben schwer, sondern auch dieser mysteriöse Todesfall, den man mit dem Auftauchen von Mary-Lou in Verbindung bringt...

Meine Meinung: 
Wenn ich besonders viel Fantasy gelesen habe, brauche ich zwischendurch eine bodenständige Geschichte, die nicht allzu actiongeladen und herrlich altertümlich ist. Das bieten mir immer Bücher aus dem SCM Hänssler Verlag und hier insbesonders "Wirbel um Mary-Lou" von Carol Cox. 

Die Autorin entführt mich ins wildwestliche Arizona, ins hübsche Städtchen Cedar Ridge. Recht wortgewandt und abwechslungsreich, beschreibt sie den Ort, die Geschehnisse sowie Charaktere. Doch so ganz ist der Funke nicht übergesprungen. Wenn ich den Schreibstil mit dem von Julia Klassen (gleiches Genre, gleicher Verlag - Rezension *HIER* und *HIER*) vergleiche, fehlt mir ein ganzes Stück Herzlichkeit. Mary-Lou, Caleb und viele weitere Charaktere sind zwar toll beschrieben, fühle mich ihnen jedoch nicht verbunden. Sie sind da, ich verfolge ihre Geschichte, mehr jedoch nicht. Als Leser bleibt die "Beziehung" also recht oberflächlich. 

Und auch wenn Carol Cox wirklich eine schöne Art hat, Texte zu verfassen, so ist es dennoch teilweise sehr in die Länge gezogen. Einige Dialoge hätte man kürzer fassen oder sogar weglassen können. 

Nun kann man den Eindruck gewinnen, dass mein Vorhaben "Ein schönes Buch für zwischendurch" zu lesen, nicht ganz geklappt hat. Das stimmt nicht ganz. Denn ich bin wieder komplett in die altertümliche und herrlich naive Welt versunken, in der man mit einem Handkuss so viel mehr sagt als tausend Worte es zum Ausdruck bringen können. Auch habe ich einen tollen Eindruck in die Entstehung Arizonas gewonnen, auch wenn die Ausrottung der Indianer ein anderes heikles Thema ist/war. 

Außerdem bin ich die Entwicklung von Mary-Lou bemerkenswert. Anfänglich eine schüchterne Dame, mausert sie sich zu einer selbstbewussten Geschäftsfrau, die sich nicht unterkriegen lässt. Hinzu kommt, dass sie nun nicht mehr alleine ist. Auch wenn Caleb anfangs nicht von ihrer Anwesenheit und die damit verbundenen Erneuerungen begeistert ist, so sind beide nicht mehr alleine. Mary-Lou verdreht natürlich nicht nur den Männern die Köpfe, sondern verzaubert alle Anwohner mit ihrem besonderen Charme. Fasst hätte mich dieser Charme auch gefangen genommen, wenn mir das gewisse Etwas eben nicht gefehlt hätte. 

Fazit: 
Ihr wollt auch mal kurz Abstand von fantasy- und actiongeladenen Büchern? Dafür in eine schöne naive und altertümliche Zeit abtauchen, wo Handküsse eine ganz besondere Bedeutung haben? Dann kann ich euch, trotz kleiner Schwachstellen, die natürlich meinem persönlichen Empfinden entspringen, "Wirbel um Mary-Lou" wärmstens empfehlen. 

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