[Rezension] Die Stadt der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Freitag, 12. Juni 2015



Kurzbeschreibung: 
Nachdem Jacob und weitere besondere Kinder von ihrer Insel und sogar aus ihrer schützenden Zeitschleife fliehen mussten, wissen sie nicht, wie es weitergeht. Miss Peregrin, die Schutzbefohlene der Kinder, ist in ihrer Rabengestalt gefangen und benötigt Hilfe einer anderen Ymbryn. Sich allen Gefahren bewusst und doch felsenfest sicher, ihrer Ersatzmutter zu helfen, machen sich die besonderen Kinder auf, zu einem mehr als riskanten Unterfangen. Nicht nur ihre Fähigkeiten, sondern auch ihr Zusammenhalt, wird auf eine harte Probe gestellt...

Meine Meinung: 
Zwischen "Die Insel der besonderen Kinder" und "Die Stadt der besondern Kinder" liegen fast 4 Jahre und nachdem ich vorher kein Re-Read vorgenommen habe, kann ich das im Nachhinein wirklich jedem empfehlen. Auf den ersten Seiten gibt es zwar Bilder der Charaktere, sowie eine Zusammenfassung ihrer Fähigkeiten - dennoch muss ich anfangs einige Male hin- und herblättern, da hier viele Menschen eine tragende Rolle haben. Es hat also etwas gedauert, bis ich mich eingefunden habe. In der ersten Zeit des Lesens finde ich das ziemlich bescheiden, da deswegen ein paar Details verloren gehen. Zumindest habe ich das Gefühl. Daher kann ich es wirklich jedem ans Herz legen, "Die Insel der besonderen Kinder" nochmals vorher zu lesen.

Nachdem ich mit der Vorgeschichte und den altbekannten Charakteren im Bilde war, entwickelt sich das Buch zu einem wahren Pageturner und innerhalb von drei Tagen (für meine Verhältnisse flott), habe ich die Geschichte beendet.

Alles wird aus Jacobs Perspektive erzählt. Im ersten Band und auch im zweiten Teil ist seine Sichtweise recht nüchtern. Allerdings empfinde ich es als passend, da gewisse Handlungen und Aktionen keinen Raum für emotionsvolle Abwägungen  haben. Viele Entscheidungen müssen pragmatisch getroffen werden und das hat sowohl zur Geschichte als auch zu Jacobs Wesensart gepasst. Außerdem wäre es dann doch zu viel des Guten, wenn sich der Autor, nebst seitenstarken und actiongeladenen Szenen, auch noch mit einem zerrissenem oder traurigen oder gar überschwänglich glücklichen Protagonisten aufgehalten hätte. Der junge Mann hat natürlich Gefühle gezeigt, besonders wenn er mit Emma zusammen ist, aber alles war eher rational, leicht distanziert. Das hat einfach sehr gut gepasst.

Wie bereits erwähnt, ist das Buch ein Pageturner, was der stets anhaltenden Dramatik zu verdanken ist. Mir fallen tatsächlich nur zwei Momente ein, in denen die besonderen Kinder mal nicht gejagt werden oder selbst jagen. Diese stets präsente Spannung ist zu keiner Sekunde zu viel, sondern gibt der Geschichte dadurch eine ganz eigene Dynamik.

Die oben genannten Aspekte und der Schreibstil von Ransom Riggs, begeistert mich wieder. Obwohl der Autor im Buch mit Bildern arbeitet, bräuchte er diese kaum, da er mit seinen Worten schon eine ganz eigene Magie versprüht. Er hält sich nicht an Details auf, was ich als sehr gut eingebracht halte, denn so lässt der Autor Raum für Spekulationen. Aber die eingepflegten Bilder sind dennoch ein sehr schönes Detail, was "Die Stadt der besonderen Kinder", sowie das Vorgänger-Buch, zu einem schaurig schönem Leseerlebnis macht.

Außerdem erwartet den Leser am Schluss eine große Überraschung. Denn egal, wie ich meine zu wissen, in welche Richtung es geht - falsch. Ransom Riggs hat mich ein paar Mal auf die falsche Fährte gebracht und am Ende immens verblüfft.

Fazit: 
Tolle Geschichte, toller Schreibstil und pure Spannung, ohne überladen zu wirken. Die Geschichte hat einen ganz eigenen Zauber, der das Buch - gepaart mit den Bilder - zu einem ebenso erlebnisreichen wie auch ansehnlichem Erlebnis macht.

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